Afrika 2017: Okavangodelta – zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Mit einem bunten Verkehrsmittelmix sollte heute das Okavangodelta erkundet werden. Dieses Binnendelta ist wohl eines der größten Naturwunder Afrikas. Der aus dem Norden kommende und während der Regenzeit mit viel Wasser gespeiste Okavango fächert sich unmittelbar nach Erreichen des Staatsgebietes von Botswana in ein fein verästeltes Delta von der Größe Westfalens auf, an dessen Ende das Wasser im trockenen Sand des Kalaharibeckens versickert.

Das extrem geringe Gefälle im Delta und die damit verbundene niedrige Fließgeschwindigkeit sorgt dafür, dass in dieser Gegend auch lange nach Ende der Regenzeit noch genug Wasser zur Verfügung steht, was Tiere aller Art aus der weiteren Umgebung ins Okavangodelta lockt.

Wir fuhren heute Morgen jedenfalls erst einmal mit unserem Truck an den Stadtrand von Maun und stiegen um in ein Speedboat. Mit ordentlichem Tempo preschten wir auf einem der Hauptarme etwa 20 Kilometer weit hinein ins Delta.

An einem kleinen Dorf machten wir halt und sattelten um. Das Schnellboot wurde durch ein Mokoro, einen traditionellen Einbaum ersetzt und statt des PS-starken Aussenborders sorgte nun eine einheimische Polerin für Vortrieb.

Das äußerst wackelige Gefährt sorgte anfangs für leichtes Unbehagen. Auch trug die tiefe Sitzposition nur wenige Zentimeter oberhalb der Wasseroberfläche in Verbindung mit der geringen Sicht durch die hohen Gräser und die Tatsache, dass wir uns im Lebensraum von Nilpferden und Krokodilen bewegten, nicht unbedingt zur Beruhigung bei. Mit zunehmender Fahrtdauer entspannten wir uns aber mehr und mehr und genossen das fast lautlose Dahingleiten im seichten und sehr klaren Wasser.

Nach einer guten Stunde erreichten wir eine größere Insel, an deren Ufer wir die Mokoros zurückließen und zu einer Pirschwanderung aufbrachen. Und auch dieses Mal sollten wir wieder Glück haben. Wir entdeckten ein paar Zebras, denen wir in respektvollem Abstand folgten und schon bald konnten wir mit ihnen zu einer respektablen Herde aufschließen, in deren Nähe sich außerdem ein paar Antilopen und Warzenschweine aufhielten.

Nach einer längeren Beobachtungspause machten wir uns zu Fuss, mit dem Mokoro und dem Schnellboot auf den Rückweg nach Maun, wo uns bereits ein kleiner Imbiss erwartete.

Frisch gestärkt ging es nun zum Flughafen. Im kleinen Büro des Flugunternehmens bekamen wir handschriftlich ausgefüllte Bordkarten und nach dem obligatorischen Sicherheitscheck saßen wir auch schon in einem Kleinbus, der uns aufs Vorfeld brachte. Aufgeteilt auf drei einmotorige Propellermaschinen ging es für unsere Gruppe nun im Minutentakt los zu einem 45minütigen Panoramaflug über das Okavangodelta.

Bei immer noch strahlendem Sonnenschein erlebten wir einen absolut ruhigen Flug mit tollen Blicken auf die weiten, überfluteten Ebenen. Die Hauptarme des Deltas mäandrierten in wilden Biegungen durch die Landschaft und auf unzähligen Inseln konnten verschiedenste Tiere beobachtet werden, die mit ihren Trampelpfaden bizarre Muster in das sumpfige Delta gezeichnet hatten.

Ein toller Anblick aus der Luft und ein toller Tag insgesamt, an dem wir das Okavangodelta aus den unterschiedlichsten Perspektiven erleben durften.

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