Georgien: Tiflis – Mzcheta – Höhlenstadt Uplisziche – Kutaissi

Am Morgen verließen wir die georgische Hauptstadt in nordwestliche Richtung.

Erster Anlaufpunkt war das Kloster Jvari, ein georgisch-orthodoxes Kloster aus dem 6. Jahrhundert. Die Lage auf einer Anhöhe und die damit verbundene Aussicht auf die Stadt Mzcheta und den Zusammenfluss der Flüsse Aragwi und Kura war dabei deutlich beeindruckender als das schlichte Gotteshaus selbst.

Zurück im Tal stoppten wir kurz darauf in Mzcheta und besichtigten die Swetizchoweli-Kathedrale, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückgeht.

Nach einer längeren Autobahnpassage war das Stalin-Museum in Gori, der Geburtsstadt des russischen Diktators, Anlaufpunkt für die nächste Stippvisite. Stolz ist man in Gori wahrlich nicht auf den berühmt-berüchtigten Sohn der Stadt, doch er gehört nun einmal zu ihrer Geschichte. Wir haben dort lediglich einen Blick auf die Aussenanlagen und Stalins Geburtshaus geworfen und sind dann zur nahegelegenen Höhlenstadt Uplisziche weitergefahren.

Die in den Sandstein gehauene und in der Bronzezeit entstandene Siedlung ist zu einem Grossteil zerstört, doch die wenigen erhaltenen und restaurierten Kammern geben einen guten Eindruck davon, wie das Leben in Urzeiten hier einmal ausgesehen haben mag. Während unserer Besichtungen brannte die Sonne gnadenlos auf die recht karge Landschaft hinab, die deutlich trockener wirkte als das sonst doch ziemlich grüne Georgien.

Bis zu unserem Übernachtungsort, der zweitgrößten georgischen Stadt Kutaissi, hatten wir noch etwa 170 Kilometer zurückzulegen. Das Vorankommen auf den schlechten und vollen Straßen war mühselig und der Fahrstil der Georgier eher vom Glauben an Gott als vom Vertrauen in moderne Verkehrsregeln geprägt.

Auf einem der Autobahnabschnitte entdeckten wir plötzlich einen weiteren Bus unserer Reiseagentur, der in einen leichten Unfall mit einem augenscheinlich betrunkenen Kleinbusfahrer verwickelt war. Wir rückten zusammen und nahmen die niederländische Gruppe mit gleichem Tagesziel an Bord, um ihnen die zeitraubende Unfallaufnahme zu ersparen.

In Kutaissi bezogen wir schließlich unsere, auf einem Hügel gelegene Unterkunft, die von ihrer Terrasse einen schönen Blick auf das Lichtermeer der Stadt bot.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*