Hausbooturlaub in Friesland: De Alde Feanen

Der eh schon schwache Wind des gestrigen Abends war über Nacht komplett abgeflaut. Das hatte für eine spiegelglatte Wasseroberfläche und bei uns für einen ruhigen und schaukelfreien Schlaf gesorgt. Das sonnige Wetter verlangte bereits intensiv nach einem Frühstück im Freien und so wurde erneut auf dem ‚Oberdeck‘ der Tisch aufgebaut.

Am Vormittag legten wir ab und nahmen Kurs auf Akkrum, wo es mitten durch ein Wohngebiet ging. Zwei Klappbrücken konnten wir zügig passieren und eine Eisenbahnbrücke, die deutlich seltener geöffnet wird, war zum Glück hoch genug für unser Boot. Kurz darauf folgte ein erstes Kuriosum. Auf einer Kanalbrücke überquerten wir die Autobahn A32.

Gemütlich ging es weiter nach Grou. Dort legten wir im kommunalen Hafen an, marschierten zum nahegelegenen Supermarkt und füllten Vorräte für die nächsten Tage auf. Anschließend drehten wir eine Runde durch den Ort und nahmen ersten Kontakt zur niederländischen Haute Cuisine auf. Es gab Kibbelinge mit Remoulade und Friets mit Joppiesauce.

Derart gestärkt bestiegen wir am frühen Nachmittag wieder unser Boot und steuerten den Nationalpark De Alde Feanen an. Das ehemalige Torfabbaugebiet dient heute insbesondere vielen Vögeln als Rückzugsraum und wird von zahllosen kleinen Kanälen durchzogen, von denen einige auch für uns schiffbar waren. In ruhiger Fahrt tuckerten wir durch das Gebiet und genossen den Blick auf Schilfgürtel, Moore und kleine Seen.

Gegen Abend fanden wir schließlich am Südrand des Nationalparks einen schönen Anleger, an dem wir unser Boot für die Nacht festmachten. Vogelgezwitscher und Froschgesänge bildeten die akustische Untermalung zum Abendessen und noch lange danach saßen wir einfach ruhig auf einem kleinen Wiesenstreifen direkt neben dem Boot.

Im Open-Air-Kino lief heute der Film „Ein endlos langer Sonnenuntergang“. Ein etwas kitschiger aber dennoch sehr zu empfehlender Streifen, der mit einem kühlen friesischen Craft Beer in der Hand noch besser wurde.