Tadschikistan – Auf nach Tadschikistan!

Am heutigen Tag sollte es bei immer noch drückender Hitze über die Grenze nach Tadschikistan gehen.

Auf dem Weg dorthin legten wir aber schon am Stadtrand von Samarkand eine Pause ein und besichtigten eine traditionelle Papierfabrik. Nach alten Verfahren wird dort nach wie vor Papier aus der Rinde des Maulbeerbaums hergestellt und in einem kleinen Gebäude werden Besuchern die einzelnen Arbeitsschritte vorgeführt.

Etwa eine Stunde nach Verlassen der Papierfabrik erreichten wir die Grenze. Wir ließen unseren Bus in Usbekistan zurück und starteten mit unseren Rucksäcken zu Fuss den Bürokratie-Marathon: Passkontrolle vor Betreten des usbekischen Grenzbereichs, Durchleuchten des Gepäcks, erneute Passkontrolle im Grenzgebäude und Erhalt des Ausreisestempels, Passkontrollte beim Verlassen des usbekischen Grenzbereichs, Passkontrolle beim Betreten des tadschikischen Grenzbereichs, Kontrolle des ausgedruckten E-Visums und des Passes (Einreisestempel wurden auch verteilt), Passkontrolle beim Verlassen des Grenzbereichs. Obwohl kaum Betrieb am Grenzübergang war, dauerte die ganze Aktion etwa 45 Minuten – hoch lebe das Schengener Abkommen.

Da ein Bus die Ziele der nächsten Tage nicht hätte erreichen können, wurden wir auf tadschikischer Seite von drei Fahrern mit Vans in Empfang genommen und nach Verstauen des Gepäcks machten wir uns direkt auf den Weg nach Pandschakent.

Wir deponierten schnell die Rucksäcke im Hotel, bekamen in der Nähe ein Mittagessen und starteten dann zum Ausflug in das 7-Seen-Tal. Die ersten 20 Kilometer auf normalen Asphaltstraßen waren ja noch ganz ok, doch dann begann eine staubige Schotterpiste, die mit jedem Meter schlechter wurde. Immer tiefer fuhren wir ins Singtal hinein und jedes Mal, wenn man glaubte gleich den Bretterzaun am Ende der Welt zu Gesicht zu bekommen, machte die Piste eine Kurve und es tauchte erneut ein kleines Dörfchen auf.

Meter um Meter stieg der Weg an und nach etwa 20 Kilometern und 500 Höhenmetern erreichten wir schließlich der ersten, wunderschön gelegenen See. Entstanden sind die Seen wohl durch Bergrutsche nach Erdbeben und jeder von ihnen hat seine eigene Farbe und seinen eigenen faszinierenden Charakter.

Der Schotterweg wurde derweil immer gröber und steiler und unsere Fahrzeuge quälten sich redlich den Berg hinauf. Der Fotostopp an See Nummer 5 lag ganz in der Nähe eines Dörfchens und es dauerte nach unserer Ankunft nur wenige Sekunden, bis wir von zahlreichen Frauen und Kindern umlagert wurden, die uns selbstgefertigten Schmuck für einen kleinen Euro anboten.

Nachdem wir die Haushaltskasse der Dorfbewohner ein wenig aufgefüllt hatten, wurden die Autos weiter malträtiert, bis wir schließlich nach 3 Stunden Fahrzeit und 40 Kilometern übelster Piste auch den letzten See auf 2400 Metern Meereshöhe erreicht hatten. Dort blieb dann leider nur Zeit für einen kurzen Spaziergang, denn wir wollten das Tal vor Einbruch der Dunkelheit wieder verlassen haben, was unseren Fahrern auch so gerade eben gelang.

Den ‚krönenden Abschluss‘ des Tages erlebten wir dann später in einem Restaurant in Pandschakent, als nach dem Abendessen plötzlich das tadschikische Nachtleben hochkochte – in Form von Karaoke zu den Klängen von Modern Talking.

Fahrt von Samarkand nach Pandschakent

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