Tadschikistan – Zum Artuch-Camp

Nach dem Frühstück begann der Tag erst einmal mit einer Portion Kultur und Geschichte. Wir fuhren in Pandschakent zum Rudaki-Museum, wo uns die lange Historie der tadschikischen Stadt nähergebracht wurde. Anschließend gab es noch einen kurzen Abstecher zur Moschee und der Koranschule Alim Dodcho, bevor wir uns schießlich auf den Weg in die Berge machten.

Wir folgten zunächst auf guten Asphaltstraßen dem Haupttal des Serafschan flussaufwärts, bis wir nach gut 40 Kilometern nach Süden in ein kleines Seitental Richtung Artuch abbogen. Am späten Vormittag erreichten wir das Dorf Panjrud. Dort vertraten wir uns ein wenig die Beine beim Besuch des Rudaki-Mausoleums und des kleinen Museums zu Ehren des persischen Dichters.

Wir fuhren weiter in das Tal hinein und es kam, wie es kommen musste: die Asphaltstraße endete und es begann wieder ein wildes Geschüttele auf üblen Schotterpisten. Ein paar Kilometer vor dem Ziel bogen wir auf 1700 Metern Höhe in ein kleines Dörfchen ab. Dort wurden wir bereits von einer Familie erwartet, die in ihrem kleinen Häuschen ein Mittagessen für uns vorbereitet hatte.

Gut gestärkt ging es auf das letzte Stück ins Tal hinein, das unsere Fahrzeuge allerdings noch einmal bis an ihre Grenzen fordern sollte. Ein entgegenkommender Esel zwang unseren Fahrer an steiler Stelle zu einem Stopp. Auf dem losen Schotter war ein Anfahren ohne Weiteres nicht mehr möglich. Die Hinterräder mussten mit dicken Steinen hinterlegt werden und mit Vollgas gelang es dem Fahrer schließlich den Van, am Abhang entlangschlingernd, das Steilstück hinaufzuquälen.

Die so malträtierte Kupplung kommentierte die ganze Aktion mit unangenehmen Duftnoten, doch letztlich erreichten wir wohlbehalten das Artuch-Camp auf etwa 2200m Höhe. Dieses Camp wurde in den 70er-Jahren von den Sowjets errichtet und ist nach wie vor ein beliebter Ausgangspunkt für Trekking- und Bergtouren.

Wir bezogen unsere Blockhütte und hatten noch etwas Zeit zu entspannen, bevor wir am späten Nachmittag zu einer kleinen Akklimatisierungsrunde in der Umgebung des Camps aufbrachen. Die Sonne strahlte noch immer von einem blauen Himmel, doch hier in der Höhe war wenigstens die Temperatur recht angenehm.

Nach der schönen Wanderung im warmen Abendlicht, blieb zum Abschluss des Tages nur noch ein leckeres Abendessen, das bereits von dem Koch zubereitet worden war, der uns an den nächsten Tagen beim Trekking mit seiner Mannschaft begleiten sollte.

Fahrt von Pandschakent zum Artuch-Camp

Wanderung am Artuch-Camp

Gesamtstrecke: 4.72 km
Maximale Höhe: 2320 m
Minimale Höhe: 2140 m
Gesamtanstieg: 218 m
Gesamtabstieg: -217 m

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