Madeira: Durch die Unterwelt zum Caldeirao do Inferno

Der heutige Tag war der unumstrittene Höhepunkt des Urlaubs, ein absoluter Knaller, der totale Überhammer…

Wir hatten uns einen ganz besonderen Cache ausgesucht – platziert mitten in einem der längsten Levada-Tunnel der Insel. Bei vollständiger Durchquerung des Tunnels sollte man außerdem auf einen Weg zum Caldeirao do Inferno stoßen, der möglicherweise nicht so gefährlich sein sollte, wie das erste Stück von Caldeirao Verde aus.

Unser heutiges Ziel hieß also Moria, die Mine der Zwerge in „Herr der Ringe“.

#867 – 14:35h – GC1EFF5 – MORIA

Alles begann mit einer ziemlich ätzenden Anfahrt. Von der letzten Asphaltstraße führte eine sehr schlechte Schotterpiste ca. 4 Kilometer in ein Tal hinein bis zu einem Wasserkraftwerk. Aus Sorge um unseren Clio fuhren wir nicht die ganze Strecke und legten den letzten Kilometer sicherheitshalber zu Fuß zurück. Es schloss sich ein 300-Höhenmeter-Anstieg über einen Forstweg an, der an einer Levada endete. Wir folgten der Levada entgegen der Fließrichtung und schon bald trafen wir auf erste noch recht kurze Tunnel. In den letzten Tunnel führten verrostete Schienen einer alten Lorenbahn und schließlich standen wir vor dem Tor zur Unterwelt – dem 2,4 Kilometer langen Pico-Ruivo-Tunnel.

Wir ließen uns nicht von den Orks abschrecken, schalteten alle uns zur Verfügung stehenden Lichtquellen ein und betraten den Stollen, dessen Ausgang man wegen eines Knicks im Mittelteil nicht sehen konnte. Nach gut 20 Minuten sollten wir in der Nähe des Caches sein und das kleine Döschen ließ erstaunlich gut finden. Da bisher alles so glatt lief, setzen wir unseren Weg fort und unter Flüchen wegen der geringen Deckenhöhe des Tunnels erreichten wir nach etwa 45 Minuten wieder das Tageslicht.

Was wir dort erblickten übertraf unser Vorstellungsvermögen. Am Tunnelausgang flossen in einem engen Tal zwei Levadas zusammen, nach rechts setzte sich ein Weg durch mehrere kleine Tunnel und über eine unsolide wirkende Brücke fort. Von dort konnte man bis zur Nordküste blicken. Unser eigentliches Ziel – Caldeirao do Inferno – lag allerdings in der anderen Richtung. Auch dorthin führte eine Levada. Nach etwa 100 Metern erreichten wir einen Tunnel vor dessen Eingang ein Wasserfall herabstürzte. Eine kleine Dusche ließ sich hier nicht vermeiden und einige Minuten später gelangten wir an den wohl spektakulärsten Platz von Madeira: die Klamm der Ribeira Grande. Zwischen zwei Tunneln stürzten von links aus zwei Felsspalten Wasserfälle herab, nach rechts schaute man in die nur wenige Meter breite aber unglaublich hohe Klamm. Geradeaus lagen wackelige, verrostete Brücken, über die man den nächsten Tunnel erreichte. Wir fühlten uns, als wären wir in das Computer-Adventure Myst versetzt worden. Wir vergaßen die Zeit, es gab so viel zu sehen und zu fotografieren…

…als wir unser Auto schließlich wieder erreichten war es schon dunkel und bei der Ankunft am Hotel hatte die Küche schon geschlossen. Aber was ist schon ein Abendessen gegen diese faszinierenden Eindrücke.

Heute war einfach ein perfekter Tag!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*