Lapplands Drag – Husky Expedition: Abstecher nach Norwegen

Dem klaren Tag folgte eine eiskalte Nacht. Die Tiefsttemperatur kratzte irgendwo an der an -20°C-Marke und entsprechend dürftig fiel nach Tagesanbruch die Morgentoilette im Freien aus. Auch unsere Hunde schienen sich einmal mehr als üblich strecken zu müssen, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.

Am Vorabend hatten wir unter Berücksichtigung der Wettervorhersage und der wahrscheinlichen Belegung anderer Hütten mehrere mögliche Reisefortsetzungen durchgesprochen und uns dafür entschieden, in der Dalavardohütte zu bleiben und von hier aus einen Abstecher zur norwegischen Grenze zu fahren.

Es folgte der bereits bekannte Ablauf: erst frühstücken die Hunde, dann wir, anschließend Spülen, Aufräumen, Holz hacken usw.

Das nicht benötigte Gepäck ließen wir in der Hütte zurück und die leichten Schlitten, sowie der hart gefrorene Schnee, sorgten dafür, dass die Huskys zum Start der Tour leichtes Spiel hatten. Schnell kamen wir in nordwestlicher Richtung voran und immer wieder gab es Passagen, auf denen wir locker die 20km/h-Marke knackten.

Auch heute strahlte die Sonne von einem blauen Himmel herab und ließ die frostige Nacht schnell vergessen. Gegen Mittag erreichten wir die Grenze zu Norwegen und an einem markanten Grenzstein legten wir eine kleine Pause ein.

Für den Rückweg zur Hütte wählte Tord einen etwas anderen Weg und obwohl es nun stetig bergab ging, brauchten wir doch deutlich länger als am Vormittag. Die Sonne hatte die harte, oberste Schneeschicht mittlerweile angeschmolzen, so dass die Huskys immer wieder in den weichen Schnee darunter einbrachen. Das verlangte viel Aufmerksamkeit, denn wir mussten die Schlitten oft abbremsen, um nicht in die dann deutlich langsameren Hunde zu rutschen.

Zurück an der Dalavardohütte suchte sich wieder jeder einen passenden Baum, um sein Gefährt zu sichern. Nach vorne banden wir die Zugleine ebenfalls an einem Baum fest, um das Gespann gestreckt zu halten. Den Vierbeinern zogen wir dann die Zuggeschirre aus, um sie nur am Halsband an der gestreckten Zugleine zu belassen. Jetzt hieß es wieder: Fleisch hacken. Etwa 1kg verputzt jeder Hund nach so einer Tour, wobei es auch hier gute und schlechte Fresser gibt.

Die Hütte hatten wir heute für uns alleine und da wir nach der ca. 35km langen Runde recht früh zurück waren, konnten wir den Abend verhältnismäßig ruhig angehen. Ganz angenehm war auch eine kleine Quelle in der Nähe der Hütte, denn die ersparte uns das zeitaufwändige Schneeschmelzen.

Zum Abendessen bekamen wir Pyttipanna mit Roter Bete und als Nachtisch einen kleinen Schokohasen, denn schließlich war heute Ostersonntag. In lustiger und gemütlicher Runde verbrachten wir den Abend im Kerzenschein und die kommende Nacht versprach recht erholsam zu werden, denn heute hatten wir genug Platz, um dem ‚Schnarchsack‘ ein Einzelquartier zu verpassen.

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