Lapplands Drag – Husky Expedition: Rückweg aus dem Gebirge

Unser Wetterglück hatten wir anscheinend aufgebraucht, denn wir blickten auf einen grauen Himmel, aus dem bei Temperaturen knapp über null Grad immer wieder ein wenig Regen fiel.

Zum letzten Mal gingen wir den mittlerweile schon gewohnten Morgenablauf durch, um anschließend unser gesamtes Gepäck für den etwa 50km langen Rückweg nach Ammarnäs in den Schlitten zu verstauen.

Noch einmal spannten wir die Hunde an und bereiteten uns auf den Start vor, was sich übrigens deutlich lockerer und entspannter anhört, als es in Wirklichkeit ist. Sobald die Kollegen mit der Fellmütze nämlich mitbekommen, dass es bald losgehen könnte, ist es vorbei mit der Ruhe und die gerade noch so friedlichen Huskys legen den Hebel um.

Schon das Anlegen der Geschirre wird von wildem Gezerre, Gebelle und Geheule begleitet. Hat man seine Hunde dann endlich an ihren Positionen im Gespann, wollen sie am liebsten sofort los und das Halteseil am Schlitten wird einem echten Belastungstest unterzogen. Bis die Vorderleute endlich gestartet sind, versucht man, seine Huskys so gut es geht zu beruhigen.

Hat man dann freie Bahn, muss alles ganz schnell gehen. Man versucht, seinen Schlitten in eine brauchbare Abfahrtposition zu bringen, steigt auf die Bremse und zieht den Anker aus dem Schnee. Mit einem kräftigen Ruck wird der entscheidende Knoten am Halteseil gelöst und sobald die Hunde merken, dass der Schlitten nun frei ist, geben sie Vollgas.

Selbst mit getretener Krallenbremse fällt es schwer, das Gespann zu verlangsamen und es verlangt volle Konzentration, um am holprigen Startplatz nicht das Gleichgewicht zu verlieren und von den Kufen zu fallen. Zu diesem Zeitpunkt ist man nass geschwitzt und ähnlich mit Adrenalin vollgepumpt, wie die 6 Jungs und Mädels, die vor einem alles geben.

Nach wenigen Kilometern werden die Hunde dann etwas ruhiger und vom anstrengendsten Teil des Tages geht es langsam in eine traumhaft entspannende Fahrt über.

Für uns führte der Weg heute langsam und stetig bergab und trotz des recht weichen Schnees kamen wir zügig voran. Etwa 20km vor dem Ziel in Ammarnäs gab es per Handy wieder Kontakt zur Aussenwelt und Tord informierte die Farm über die geplante Ankunftszeit.

Ca. 1,5 Stunden später saßen wir dann erschöpft, aber glücklich und zufrieden wieder in den Fahrzeugen und befanden uns auf der Rückfahrt zur Farm. Dort angekommen wurden natürlich zuerst die Hunde versorgt und anschließend die Autos ausgeladen, bevor wir endlich wieder duschen und für einen Moment die Beine hochlegen konnten.

Mit jeder Menge Gesprächsstoff im Gepäck ließen wir den Abend bei leckerem Essen und einem Bierchen in der gemütlichen Grillhütte der Farm ausklingen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*