Jordanien – Petra, die alte Hauptstadt der Nabatäer

Vieles hatten wir schon über diesen magischen Ort gehört und selten waren wir so auf das gespannt, was wir zu sehen bekommen sollten.

Doch zunächst begann das Abenteuer ganz unspektakulär auf einem großen Busparkplatz, auf dem sich um kurz vor 9 Uhr etwa 10 Reisebusse noch recht locker verteilten – in der Hauptsaison sollen um diese Uhrzeit die Parkplätze bereits knapp werden.

Hinter dem Besucherzentrum führte uns ein breiter Schotterweg in sanften Bögen leicht bergab in ein Tal hinein. Bereits hier gab es erste Steinskulpturen und Gebäude zu bewundern, doch das war noch nichts verglichen mit dem, was uns noch erwarten sollte.

Nach gut einem Kilometer veränderte sich die Landschaft plötzlich und wir standen am Eingang des Siq, einer 1,5km langen Schlucht, die zur Stadt Petra führte. Immer höher wurden die blanken, roten Felswände zu beiden Seiten, 70-80m hoch schließlich, immer enger wurde die Schlucht, manchmal nur noch 3m breit und flankiert wurde der Weg von Felsskulpturen und einer alten, ins Gestein gehauenen Wasserleitung, bis man auf einmal aus einer Nische heraus einen ersten Blick auf das bekannteste Gebäude Petras erhaschen konnte.

Wenig später trafen wir auf das Ende der Schlucht und standen auf einem kleinen, von hohen Felswänden umgebenen Platz, direkt vor Al-Khazneh, dem Schatzhaus. Wir wurden von der gewaltigen, aus dem massiven Gestein herausgehauenen und ca. 40m hohen Fassade förmlich erschlagen. Welch beeindruckende Wirkung muss dieses etwa 2000 Jahre alte Gebäude wohl damals auf die Menschen des Altertums gehabt haben?

Doch damit nicht genug, denn Petra war eine komplette Stadt, mit vielen bis heute erhaltenen Grabanlagen, Tempeln, Kirchen und einem römischen Theater für über 6000 Zuschauer. Das ganze eingebettet in eine rötlich schillernde Gesteinslandschaft. Den ganzen Tag verbrachten wir in der weitläufigen Anlage und einen weiteren Tag hätte man problemlos auch noch ausfüllen können.

Nach einer kurzen Mittagspause stiegen wir über 800 in den Fels gehauene Treppenstufe zum ‚Kloster‘ Ad Deir hinauf. Leider zog sich der Himmel mehr und mehr zu und zeitweise begann es zu regnen, doch das störte uns wenig beim Anblick der mächtigen Fassade, die noch einmal größer war, als die des Schatzhauses.

Nur der Blick vom dahinterliegenden Aussichtspunkt auf das Wadi Araba bis hinüber nach Israel fiel dem Wetter weitestgehend zum Opfer. Trotzdem wurden unsere Erwartungen an diesem Tag bei Weitem übertroffen und tief beeindruckt hatten wir abends im Hotel jede Menge Gesprächsstoff.

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