Nepal Tag 3 – Auf nach Pokhara

Wir hatten gut geschlafen und ebenso gut gefrühstückt, als sich unsere kleine Gruppe am Morgen in einen modernen Kleinbus japanischer Produktion setzte, um ins gut 200 Kilometer entfernte Pokhara zu fahren. Angesetzt war eine Fahrzeit von etwa 6 Stunden, was einerseits den schlechten Straßenverhältnissen und andererseits dem dichten Verkehr geschuldet war, der etwas anders funktionierte als in Deutschland.

Klar, es gibt Verkehrsregeln, doch die Befolgung derselben schien eher optional zu sein. Schnell lernten wir das wichtigste Bauteil nepalesischer Fahrzeuge kennen: die Hupe. Ihr Einsatz war allerdings nur selten mit Aggression verbunden, sondern diente eher dazu, die anderen Verkehrsteilnehmer auf sich aufmerksam zu machen. Man hupte und fuhr dann einfach mal vorsichtig los.

Die Mopeds schwirrten dabei wild durch das Geschehen, während sich die chronisch überfüllten Überlandbusse und die bunt verzierten LKW zwar recht bestimmt, aber eher gemächlich ihren Weg durch die Masse bahnten.

Wegen der höheren Geschwindigkeiten nahm der Nervenkitzel auf den Landstraßen hinter der Stadtgrenze Kathmandus dann erheblich zu, wobei man deutlich sagen muss, dass die wilden Überholmanöver unseres Fahrers (auch gerne vor Kuppen oder unübersichtlichen Kurven) im nepalesischen Vergleich noch problemlos als defensive Fahrweise durchgingen. Zwei im Graben auf der Seite liegende Busse zeigten allerdings, dass die Fahrzeugbegegnungen nicht immer glimpflich ausgehen.

Auf den letzten Kilometern vor Pokhara ließ sich erstmals das Annapurna-Massiv blicken. Die schneebeckten Berggiganten erschienen dabei so unwirklich, als hätte man hinter einer ganz normalen Landschaft eine kitschige Fototapete aufgehangen.

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann schließlich die zweitgrößte Stadt Nepals, wo wir in einem Restaurant am Phewa-See eine Pause einlegten, um anschließend noch einige Kilometer weiter in nordwestliche Richtung bis nach Hemja zu fahren. Am Ortsrand war für unseren Kleinbus dann Endstation. Das Gepäck wurde auf einen Jeep umgeladen und wir gingen zu Fuss das letzte Stück bis zur Hananoie-Lodge, die für die kommenden zwei Nächte unsere Unterkunft sein sollte.

Auf dem Weg dorthin konnten wir zunächst ein paar Blicke in das Tal des Seti-Flusses erhaschen und wurden anschließend Zeugen eines farbenprächtigen Sonnenuntergangs, der die Gipfel von Annapurna (8091 m) und Machapuchare (6997 m) in wunderbare Rottöne tauchte.

Fast war es schon dunkel, als wir die Lodge erreichten und uns dort erst einmal mit Kerzen und Stirnlampen behelfen mussten, denn der Strom war gerade ausgefallen, was in Nepal recht oft vorkommt und nicht selten stundenlang andauert. Ein leckeres Abendessen bekamen wir trotzdem serviert und mit Vorfreude auf unsere erste echte Wanderung gingen wir zufrieden in unsere Zimmer.

Streckenlänge der Wanderung ca. 4,3 km und +360 Höhenmeter

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