Nepal Tag 8 – Phakding – Namche Bazar

Bei schon recht angenehmen Temperaturen reihten wir uns am Morgen wieder ein in das bunte Treiben auf dem Weg Richtung Namche Bazar. Der Abschnitt zwischen Lukla und der 3440m hoch gelegenen Hauptstadt der Sherpas ist ziemlich stark frequentiert, da praktisch alle Trekkingrouten und insbesondere die zum Everest Base Camp über diese Strecke verlaufen.

Außerdem ist es der einzige Transportweg für alle oberhalb benötigten Waren. Sämtliche Verbrauchsgüter werden mit dem Flugzeug nach Lukla gebracht und von dort zu Fuß von Trägern oder vereinzelten Dzopkyos-Karawanen (Kreuzung aus Yak und Kuh) in der Region verteilt. Die Lasten, die die Träger über die steilen Pfade wuchten sind manchmal schier unglaublich. Viele tragen deutlich mehr als ihr eigenes Körpergewicht.

Doch auch wenn hier zahlreiche Menschen unterwegs sind, hatten wir uns den Betrieb auf diesem Abschnitt deutlich hektischer vorgestellt. Obwohl Träger, Tragtiere, ambitionierte Bergsteiger und wir gemütlichen Trekker mit deutlich unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs waren, konnte doch jeder relativ unbehelligt sein eigenes Tempo gehen.

Der Vormittag verlief noch recht angenehm in ständigem Auf und Ab entlang des Dudh Kosi, den wir mehrmals auf kleinen Hängebrücken querten. In Jorsalle, dem letzten Ort am Talgrund, machten wir Mittagspause.

Ein paar hundert Meter weiter erreichten wir schließlich die mächtige Hillary-Brücke, die sich als letzte Hängebrücke vor Namche Bazar in schwindelnder Höhe von etwa 70 Metern über den Dudh Kosi spannte. Nach der kleinen Adrenalin-Einlage bei der Überquerung der schwankenden Brücke wurde es mächtig anstrengend, denn nun folgte ein steiler Anstieg über ca. 600 Höhenmeter.

Nach einem Drittel der Strecke war aber plötzlich jede Anstrengung vergessen. Durch eine Schneise im Wald zeigte sich zum ersten Mal der Everest – und das komplett ohne Wolken. Ein gewaltiger Anblick, von dem wir uns nur schwer losreißen konnten, doch wir hatten ja noch ein paar Kilometer bis Namche Bazar vor uns. Am Ziel angekommen, fanden wir eine vollkommen andere Welt vor.

Eine kleine Stadt, mit vielen Geschäften, einem Springbrunnen und buntem Treiben in den engen Gassen. Auf 3440m Höhe wirkte das alles recht bizarr. Im Hotel Sherpaland bezogen wir ein (wie üblich unbeheiztes) Zimmer, aßen zu Abend und schlüpften etwas später in unsere Schlafsäcke, die wir bei den kalten Nächten hier schon gut gebrauchen konnten.

Streckenlänge der Wanderung ca. 9,0 km und +880/-150 Höhenmeter

Wanderung

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*