Nepal Tag 12 – Thame – Kongde

Die Wanderung hinauf nach Kongde sollte die bisher anstrengendste Tour dieses Urlaubs werden. Da Monika immer noch mit Kopfschmerzen und Übelkeit zu kämpfen hatte, fiel die Entscheidung, dass es für sie besser wäre wieder abzusteigen. Mit einer weiteren Reiseteilnehmerin, einem Guide und einem Träger machte sie sich daher am Morgen auf den Rückweg nach Namche Bazar.

Andreas war zu diesem Zeitpunkt mit dem Rest der Gruppe schon auf der anderen Seite des Tals unterwegs. Dort führte der schmale Weg zunächst an einem Turbinenhaus vorbei, das große Teile des Tals mit Strom versorgte und verlief später durch einen dichten Rhododendronwald. Immer wieder gab es kurze aber knackige An- und Abstiege und zunächst ging es auf fast 3500m hinunter, bevor der Weg entlang des Berghangs langsam wieder anstieg.

Nach etwa 5 Stunden hatte Monika Namche Bazar erreicht und es sich in einem Cafe gemütlich gemacht, während es auf dem Weg nach Kongde langsam ans Eingemachte ging. Dort hatte die Gruppe nach ca. 500 Höhenmetern in An- und Abstieg in etwa wieder die Ausgangshöhe vom Morgen erreicht, als unser Reiseleiter Jhanak beim Einbiegen in ein enges Tal verkündete: „Ab jetzt geht es nur noch bergauf.“

Einziges Problem: es war im weiteren Verlauf beim besten Willen kein Weg zu erkennen. Zwar wurden wir eines Besseren belehrt, denn es gab einen Weg, doch der hatte es ziemlich in sich. Schmal und an einen steilen Hang geklatscht, galt es einige Bäche zu queren und ein paar Erdrutsche, als Folge der Erdbeben vor anderthalb Jahren, sorgten nicht gerade für optimale Begehbarkeit.

Nach gut 6 Stunden erreichten wir dann einen klettersteigartigen Abschnitt, der mit einem Stahlseil gesichert war. Eine gute Portion Schwindelfreiheit half dabei, den Gedanken an den Abgrund zu unserer Linken zu verdrängen.

Die Hoffnung, den schwierigsten Bereich nun hinter uns zu haben, wurde schnell zerstört, denn ein paar hundert Meter weiter gelangten wir an eine dick vereiste Rinne. Zwei Hotelangestellte waren uns jedoch eine gute Stunde entgegengekommen und hatten den Abschnitt bereits etwas präpariert. Mit Eispickeln hatten sie Tritte in das blanke Eis geschlagen, ein paar Winkeleisen verankert und dazwischen ein Seil gespannt. An den vereisten und mehrere hundert Meter tiefen Abgrund durften wir nicht denken, als wir mit Hilfe unserer Guides und der Hotelangestellten einer nach dem anderen über die Schlüsselstelle geführt wurden.

Der restliche Weg nach Kongde glich dann eher einem gemütlichen Spaziergang, auf dem wir noch ein wenig das grandiose Everest-Panorama in der langsam untergehenden Sonne genießen konnten.

Beim Abendessen kippten wir schließlich alle Akklimatisierungsvorsätze über Bord und stießen mit einem Glas Bier bzw. Wein auf die erfolgreiche Bewältigung der Etappe an. Der allgemeinen Erschöpfung geschuldet löste sich unsere Gruppe aber schon frühzeitig auf und alle verkrochen sich in ihre Schlafsäcke auf der Suche nach Erholung.

Streckenlänge der Wanderung ca. 11,8 km und +850/-520 Höhenmeter

Wanderung

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