Nepal Tag 15 – Zurück nach Kathmandu

Heute hieß es Abschied nehmen von der Everest-Region und deshalb riss uns der Wecker mal wieder früh aus den Betten. Wir waren auf einen der ersten Flüge gebucht, doch beim Blick aus dem Fenster sahen wir einige Wolken im Tal, was für den Flugbetrieb in Lukla nichts Gutes bedeutete.

Wir checkten trotzdem erst mal ein, die Wolken taten uns den Gefallen nach oben abzuziehen und um kurz nach 7 Uhr ging es auf dem kleinen Flughafen zu wie im Bienenstock. Nicht viel später saßen wir im Flieger, die Motoren heulten auf und wir schossen mit Vollgas die Startbahn hinab auf den tiefen Abgrund zu. Aufreizend spät hob die kleine Maschine ab, um schnell in einen erfreulich ruhigen Flug nach Kathmandu überzugehen.

In der Hauptstadt angekommen, nutzten wir die Zeit direkt für eine kleine Stadtrundfahrt. Erstes Ziel war die Bodnath-Stupa, deren Restaurierung nach dem Erdbeben nun fast vollständig abgeschlossen war. Viele buddhistische Pilger umrundeten das Gebäude im Uhrzeigersinn und die Luft roch süßlich nach Weihrauch und Räucherstäbchen. Das konnte die enorme Luftverschmutzung allerdings nicht überdecken, die uns bei jedem Aufenthalt in Kathmandu unangenehm begleitete.

Wir fuhren ein paar Kilometer weiter und spazierten durch eine wuselige Einkaufsstraße in Richtung des Durbar-Platzes. Zahlreiche Tempel, den alten Königspalast und das Haus der Kumari, der traditionellen nepalesischen Kindgöttin, gab es dort zu besichtigen. Die Zerstörungen des Erdbebens waren hier unübersehbar, viele Tempel wurden noch von Balken gestützt, einige wurden komplett zerstört und nur vereinzelt gab es frisch restaurierte Gebäude zu bewundern.

Nachmittags besuchten wir schließlich noch das touristisch geprägte Stadtviertel Thamel mit seinen zahlreichen Geschäften. Die fehlenden Bürgersteige ließen allerdings keinen gemütlichen Einkaufsbummel zu, denn ständig musste man auf stinkende und wild hupende Mopeds und Autos achten.

Im grünen Hof eines Restaurants war es am Abend dann deutlich ruhiger, als unsere Gruppe noch einmal typisch nepalesische Gerichte, begleitet von einheimischer Musik und traditionellen Tänzen, serviert bekam.


Und damit neigten sich die zwei Wochen in Nepal ihrem Ende zu. Zwei Wochen, in denen wir eine unglaubliche Masse an neuen und kontrastreichen Eindrücken sammeln durften. Das Chaos und die Umweltverschmutzung in Kathmandu, die Armut der Bevölkerung, Menschen, die trotzdem immer offen und freundlich auf uns reagierten und nicht zuletzt die gewaltigen Bergriesen und die imposante Natur im Himalaya. Eindrücke, die problemlos für mehrere Urlaube gereicht hätten.

Danke Nepal, für diese Erfahrung.


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