Marokko: Kameltrekking durchs Erg Chebbi

Gegen 6:30 Uhr wurden wir von den blökenden Kamelen aus der beeindruckenden Stille der Wüstennacht gerissen.

Ein Skorpion tauchte beim Abbau des Zeltes unter unserer Plane auf, aber das sollte dann auch schon die einzige Begegnung mit unangenehmem Getier gewesen sein. In Ermangelung an Wasser beschränkte sich die Morgentoilette aufs Zähneputzen und Waschen mittels Feuchttüchern und so ging es dann an den Frühstückstisch – eine auf dem Boden ausgebreitete Decke.

Frisch gestärkt brachen wir gegen 8 Uhr auf. Ganz nach Lust und Laune konnte man genüsslich schaukelnd auf den Kamelen reiten oder zu Fuß die Dünen in Angriff nehmen. Ein Teil der Begleitmannschaft eilte jeweils voraus, um schon das Mittag- bzw. Abendessen vorzubereiten.

Die Landschaft und die gesamte Atmosphäre erschienen uns wie ein Traum. Die sanft geschwungenen Dünen bildeten einen unglaublichen Kontrast zum strahlenden Blau des Himmels. Der weiche und erstaunlich kühle Sand rieselte durch die Sandalen und man konnte sich einfach treiben und die Seele baumeln lassen.

Obwohl wir zum Schutz gegen die Sonne sämtliche Hautpartien mit Kleidung und Tüchern bedeckt hatten, waren die gut 30°C im Schatten kaum eine Belastung. Die extrem trockene Luft ließ den Schweiss sofort verdunsten und sorgte so für eine angenehme Kühlung.

Nach dem Abendessen bereiteten die Kameltreiber in der Glut des Lagerfeuers frisches Fladenbrot zu, während wir uns unter Zuhilfenahme diverser Wasserkanister zur Rhythmusgebung gegenseitig mit traditionellen Berberliedern und kölschem Liedgut (Die Karawane zieht weiter…) inklusive Polonäse unterhielten.

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