Nepal Tag 7 – Auf zum Everest! – Lukla – Phakding

Schon wieder ärgerte uns der Wecker mitten in der Nacht und schon wieder waren wir auf den Beinen, bevor es im Hotel Frühstück gab. Gegen 6 Uhr trudelten wir bereits am Flughafen von Kathmandu ein und ließen die zwar zahlreichen aber äußerst nachlässig ausgeführten Sicherheitschecks über uns ergehen.

Da kurz darauf anscheinend schon alle Passagiere unseres Fluges nach Lukla eingecheckt waren, wurde es plötzlich ein wenig hektisch. Der 2850m hoch gelegene Zielflughafen ist sehr stark vom Wetter abhängig, da ausschließlich auf Sicht geflogen werden kann. Nachmittags wird der Flugbetrieb oft durch Wolken lahmgelegt, so dass man sich bemüht, an klaren Vormittagen so schnell wie möglich viele Flüge herauszubekommen. Und wenn dann schon alle Passagiere anwesend sind, darf das auch gerne deutlich vor der eigentlich geplanten Flugzeit passieren.

Daher scheuchten uns ein paar Flughafenmitarbeiter eiligst in einen kleinen Bus, der uns auf das Vorfeld brachte, wo wir die Köpfe einzogen und uns in eine Dornier 228 quetschten, die bereits mit laufenden Propellern bereitstand. In der Morgendämmerung hoben wir ab und flogen nach Osten in die aufgehende Sonne. Nach etwa 20 Minuten überquerte die kleine Maschine eine Passhöhe in (für europäische Verhältnisse) haarsträubend niedriger Höhe, um dann entlang einer Bergflanke steil nach links ins Khumbu-Tal hinunterzuziehen.

Beim Blick nach vorne durch das offene Cockpit wurde kurz darauf erstmals die Landebahn des Tenzing-Hillary-Airports in Lukla sichtbar. Was sich so großartig anhört, entpuppte sich schnell als ein gerade mal 527m langer Asphaltklecks an einem gewaltigen Berghang, der zudem noch 12% Steigung aufweist. Vor der Landebahn ist ein Abgrund, dahinter eine Mauer und ein steiler Hang. Durchstarten ist unmöglich, ein einmal begonnener Landeanflug muss sitzen. Nicht umsonst taucht dieser Airport als Dauergast in den Top-Listen der gefährlichsten Flughäfen der Welt auf.

Erfreulich routiniert brachten die Piloten die Maschine punktgenau zu Boden, bremsten kräftig ab und parkten das Flugzeug auf dem kleinen Vorfeld. Nach nur wenigen Minuten war die Maschine mit neuen Passagieren und neuem Gepäck gefüttert und hob schon wieder ab in Richtung Kathmandu. Wir bekamen dagegen in einer Lodge direkt am Flughafen einen Kaffee serviert und machten uns über die mitgebrachten Lunchpakete her.

Nach dem provisorischen Frühstück sollten wir unsere Begleitmannschaft für die nächsten Tage kennenlernen. Ein einheimischer Guide, sein Assistent und drei Träger für unser Hauptgepäck bildeten das Team, das unsere 9-köpfige Gruppe im Everest-Gebiet begleiten sollte.

Gegen 9 Uhr schulterten wir unsere Tagesrucksäcke und machten uns auf den Weg nach Phakding. Über zahlreiche Stufen ging es insgesamt leicht bergab ins Khumbu-Tal hinein. Die Berggiganten des Himalaya lagen hier noch nicht in unserem Blickfeld, doch auch die umliegenden 6000er gaben schon eine gewaltige Kulisse ab.

Unser Tagesziel, das Sherpa Shangrila Resort auf 2600m Höhe, erreichten wir am frühen Nachmittag. Wegen der hier noch angenehmen Temperaturen störten uns die allgemein nicht beheizten Zimmer in den Lodges noch nicht, zumal wir hier noch mit dem Luxus einer Heizdecke verwöhnt wurden, weshalb wir uns nach dem Abendessen auch gerne frühzeitig ins Bett begeben sollten.

Streckenlänge der Wanderung ca. 9,1 km und +200/-370 Höhenmeter

Wanderung

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